• Sagar Bhatia

Leben auf anderen Planeten?

Die Menschen lieben die Erforschung kosmischer Weiten und die Suche nach außerirdischem Leben. Aber wieviel wissen wir tatsächlich darüber?


Wisse, dass jeder Fixstern seine eigenen Planeten hat und jeder Planet seine eigenen Geschöpfe, deren Zahl kein Mensch errechnen kann

Mit Stand „25. Juli 2022 waren 5120 Exoplaneten in 3790 Systemen bekannt“ (Wikipedia), von denen einige vielleicht geeignet wären, Leben vergleichbar mit dem auf der Erde zu ermöglichen. Die Suche geht weiter, denn es gibt mindestens 100 Milliarden Galaxien voller Sterne – Ihr könnt es Euch ausrechnen!


Bisher kennen wir nur die Erde als belebten Planeten. Doch möglicherweise stehen Durchbrüche bevor, wie beispielsweise in der Astrobiologie, die altes organisches Material auf der Oberfläche des Mars nachgewiesen hat. Und der Mars ist nur ein Planet unter unzähligen.


Also bleibt die Millionen-Euro-Frage bestehen: Ist jemand da draußen? Hier geht es nicht um müßiges Fantasieren. Der renommierte US-Astronom Carl Sagan sagte: „Space exploration leads directly to religious and philosophical questions.“ (Die Erforschung des Alls führt unmittelbar zu religiösen und philosophischen Fragen. Zitiert in Space Policy)


Interessanterweise finden sich in den Baha’i-Schriften Hinweise zu eben solchen Fragen:

Bezeuge die wunderbaren Beweise der Schöpferkraft Gottes und sinne über ihren Umfang und ihr Wesen nach.

Baha'u'llah, Ährenlese


Demnach hält das Universum unzählige Geheimnisse und offene Fragen für uns bereit, die zu erforschen sich lohnen. Je mehr wir forschen, desto größer unser Erstaunen. Baha'u'llah, der Stifter der Baha'i-Religion, schrieb:

Wisse, dass jeder Fixstern seine eigenen Planeten hat und jeder Planet seine eigenen Geschöpfe, deren Zahl kein Mensch errechnen kann.

Baha'u'llah, Ährenlese


Viele Denkschulen, sowohl wissenschaftliche als auch religiöse, befassen sich mit dem Thema außerirdischen Lebens. Bisher haben wir keine konkreten Hinweise auf seine Existenz, aber wir sollten bedenken, dass das Fehlen eines Nachweises kein Beweis für sein Nichtvorhandensein ist. Sowohl mit wissenschaftlichen Methoden als auch mit spirituellen Ansätzen versuchen Menschen ständig herauszufinden, ob wir tatsächlich allein sind im Universum oder nicht. Den Baha'i-Lehren zufolge wird die wissenschaftliche Forschung Schritt für Schritt vorankommen. Vielleicht werden wir eines Tages mit diesen anderen Geschöpfen zusammentreffen, die Baha'u'llah im obigen Zitat erwähnt. Die Natur dieser außerirdischen Wesen werden wir aber erst erkennen, wenn es soweit ist.


Eine zentrale Lehre des Baha'i-Glaubens ist die Harmonie von Wissenschaft und Religion. Gerade die Frage nach außerirdischem Leben bietet für die praktische Umsetzung dieser Lehre eine spannende Gelegenheit: Ein religiöser Text kann der wissenschaftlichen Forschung einen Impuls geben. Vielleicht steht die bahnbrechende Entdeckung außerirdischen Lebens ja kurz bevor, vielleicht liegt sie noch in weiter Ferne – aber irgendwann wird die Zeit dafür kommen, sofern man Baha'u'llahs Aussage glauben mag. Keinesfalls wird jedoch vergeblich geforscht, denn er sagt auch: „Der Mensch wurde erschaffen, eine ständig fortschreitende Kultur voran zu tragen.“ (Baha'u'llah, Ährenlese)


Allerdings sollten wir Erdlinge uns parallel zur Erforschung außerirdischer Fragen mehr als je zuvor anstrengen, auf unserem Heimatplaneten Einheit zu erreichen. Das grundlegende Baha'i-Prinzip der Einheit der Menschheit, also das Bewusstsein, dass wir alle einer einzigen Familie angehören, bietet höchst mächtige Lösungsansätze für die großen Probleme unserer Zeit. Der Schlüssel liegt in geeinten Handlungsstrategien der irdischen Nationen: Mit vereinten Kräften lassen sich selbst die schwierigsten Angelegenheiten bewältigen. Dadurch werden wir eines Tages auch bereit für eine friedliche Kontaktaufnahme zu unseren galaktischen Nachbarn sein. Nächstes Ziel: interplanetarische Einheit.


Durch die Einheit der Menschheit – eine Einheit in Vielfalt, das Gegenteil von Gleichmacherei! – können alle Grenzen überwunden werden, seien sie nationaler, religiöser, ethnischer oder sonstiger Art. Diese Einheit ist tatsächlich ein Naturgesetz, so wie die physikalischen Gesetze, die die Welt regieren. Die Baha'i-Schriften weisen darauf hin, dass wir alle – auch außerirdische Lebensformen – ungeachtet unserer körperlichen Natur von denselben spirituellen Prinzipien geführt werden, allen voran von der Liebe:

Liebe ist der Grund, warum sich Gott dem Menschen offenbart; sie ist im Einklang mit der göttlichen Schöpfung das Lebensband in den Wirklichkeiten der Dinge. Liebe sichert als einziges Mittel echtes Glück in dieser und der zukünftigen Welt. ... Liebe ist das größte Gesetz, das diesen mächtigen, himmlischen Zyklus regiert, die einzigartige Kraft, welche die verschiedenen Elemente der stofflichen Welt zusammenhält, die höchste Anziehungskraft, welche die Bewegung der Sphären in den Himmelsreichen regiert. Liebe enthüllt mit unfehlbarer, grenzenloser Kraft die verborgenen Geheimnisse des Weltalls. Liebe ist der Geist des Lebens für den geschmückten Leib der Menschheit.

Abdu'l-Baha, Briefe und Botschaften


 

Sagar Bhatia ist gebürtiger Inder und lebt seit 2016 in den USA. An der Villanova Universität (Pennsylvania/USA) hat er sein Elektroingenieursstudium mit dem Master of Science abgeschlossen. Er gehört zur ersten Baha'i-Generation in seiner Familie.


Image from James Webb Space Telescope